Kampfkunst
Die Bedeutung von Kampfkunst liegt eng in der geschichtlichen, kulturellen und bewegungsinnovativen Entwicklung von Menschen beziehungsweise in der von Menschen kreierten künstlichen Umwelt. Die Kampfkunst oder auch „Martial Arts" umfasst alle Kampfstile, der Übergang von Kampfsport und Kampfkunst ist sehr fließend. Jedoch lassen sich einige Kennzeichen für eine gewisse Trennung finden. Zuvor sollten jedoch die Definition von Sport vorangestellt werden:
Sport ist ein kulturelles Tätigkeitsfeld, in dem Menschen sich freiwillig in eine wirkliche oder auch nur vorgestellte Beziehung zu anderen Menschen begeben mit der bewußten Absicht, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten insbesondere im Gebiet der Bewegungskunst zu entwickeln und sich mit diesen anderen Menschen nach selbstgesetzten oder übernommenen Regeln zu vergleichen, ohne sie oder sich selbst schädigen zu wollen. Die Kampfkunst hingegen beruht auf der künstlerischen und ästhetischen Vervollkommung. Der Leistungsgedanke hinsichtlich des Wettkämpfens ist nicht zwangsläufig die Leitidee. Kunst im Allgemeinen bestrebt die Perfektion im Tun und Handeln.
Die Selbstverteidigung beinhaltet sowohl Elemente aus der Kampfkunst und auch aus dem Kampfsport. Das primäre Ziel der Selbstverteidigungssysteme liegt im Selbstschutz und in der adäquaten und notwendigen Eigenschutz gegenüber einem unmittelbaren und rechtswidrigen Angriff.
WING TSUN (WT)
Es ist wohl das intelligenteste Selbstverteidigungs-/Bewegungssystem, welches jeher von Menschen entwickelt wurde. Begründet wurde Wing Tsun durch die buddhistische Nonne und Kung Fu Meisterin Ng Mui vor ca. 300 Jahren in China, um sich gegen physisch überlegene Angreifer verteidigen zu können. Der Name leitet sich von der schönen Yin-WingTsun ab, was soviel wie „schöner Frühling heisst", sie war die erste Schülerin von Nig Mui. Seit dieser Zeit wurde Wing Tsun nur an Familienmitglieder und enge Vertraute weitergegeben. Der Großmeister Yip Man, welcher 1972 starb, war der letzte Wing Tsun Lehrer, der ausschließlich chinesische Studenten unterrichtete. Sein wohl bekanntest Schüler war BRUCE LEE, „der König des Kung Fu". Er brachte auch das Kung Fu auf die Leinwand. Somit ist Wing Tsun eine modifizierte Form des Shaolin Kung Fu und gehört damit in die Rubrik der Kung Fu Stile. Die Bezeichnung Kung Fu (chin., lässt sich mit dem Synonym "harte Arbeit" oder "geduldige Arbeit" beschreiben. Wobei man hier unter zwei wesendliche Arten von Kung Fu unterscheidet; zu einem gibt es die „harten" und zum anderen die „weichen" Stile. Wing Tsun selber zählt zu den „weichen" Stilen, jedoch muss man hier unter Aufnahme einer Angriffes, welches im Wing Tsun durch eine „weiche" Bewegung geschieht und einem „hartem" Konterangriff differenzieren. Somit findet das Prinzip des Yin und Yang 陰陽, seine volle Bedeutung im Wing Tsun. Unter Yin und Yang versteht man die gleichmäßige Balance innerhalb eines Bewegungsablaufes. (Weiter Infos hiezu unter der Rubrik: „Wissenswertes"). Das Prinzip im WT: Die gegnerische Kraft sich eigen zu machen und gegen den Aggressor einzusetzen, so dass der Gegner gezielt und schnellst möglichst außer Gefecht gesetzt wird. Die WT-Techniken basieren auf den Einsatz der Taktilenreflexe und sind damit schneller als die visuelle Wahrnehmung, dies trifft ausschließlich in der In-Fight-Distanz zu. Das Bewegungssystem ist einfach und schnell zu erlernen. WT ist für Frauen und Männer von 9 - 99 Jahren gleichermaßen geeignet.
Phänomenologie des Wing Tsun
WT ist Selbstverteidigung in ihrer konsequentesten Form.
WT ist ein funktionelles und alltagstaugliches Bewegungssystem, welches über die Selbstverteidigung hinausgeht.
WT basiert nicht auf physischer Stärke oder akrobatischen Fähigkeiten und erlaubt deshalb einer physisch schwächeren Person, sich gezielt und effektiv zu verteidigen.
WT lehrt Sie die Kraft des Gegners auszunutzen und gegen ihn selbst zu verwenden
WT - Bewegungen werden aus den Tastreflexen abgeleitet, die durch den Angriff des Gegners bestimmt werden. Auf diese Weise ist WT gegen optische Finten unempfindlich.
WT kann schnell gelernt und zielgerichtet angewandt werden.
WT folgt den Erfordernissen der "Verhältnismäßigkeit der Mittel" und ist deshalb zur Anwendung durch Sicherheitskräfte und Gesetzeshüter gut geeignet.
WT ist ein komplettes Kampfkunstsystem, welches adaptiv in jedes weitere Kampfkunstsystem eingesetzt werden kann.
Die Bedeutung des WT liegt weniger in stilistischen Äußerlichkeiten und Tricks, als in der revolutionären Gesamtheit der Prinzipien.Aus diesem Grund werden nur wenige Kampfbewegungen gebraucht und deshalb ist Wing Tsun das schnellste Kampfkunstsystem! "Weniger ist mehr".
Die Ökonomie des Wing Tsun
Anzahl der Bewegungen: Wing Tsun ist so konzipiert, dass man einen Kampf effektiv mit wenigen Bewegungen führen kann. Die beste Selbstverteidigung ist diejenige, die die meisten Angriffe mit der geringsten Anzahl von Bewegungen abwehren kann! Bewegungen, die gleichzeitig verwendet werden: Der WT-Anwender kann bis zu drei verschiedene Bewegungsmuster gleichzeitig ausführen, d.h. Arm- und Beinbewegungen werden zielgerichtet in den Angriff des Gegners ausgeführt.
Die vier Wege der "Kraft"
Im Umgang mit der "Kraft" gibt es vier Prinzipien im Wing Tsun:
1.Befreie dich von deiner eigenen "Kraft"
2. Befreie dich von der "Kraft" deines Gegners
3. Nutze die "Kraft" des Gegners
4. Füge deine eigene "Kraft" zur "Kraft" des Gegners hinzu.
Durch intensives Üben lernt der Anwender die Energie des Angriffs für seine Abwehr zu nutzen. Die Körperteile, die mit dem gegnerischen Angriff in Kontakt kommen (Arme / Beine), werden durch die Kraft des Gegners so unter Spannung gesetzt, dass sie die volle Kraft des Angriffs direkt in den Angreifer zurückleiten. Das Prinzip des Yin/Yang bekommt hier seine Bedeutung zu geschrieben. Es verhält sich in der Balance der Kraftaufnahme und Kraftabgabe, wie beispielsweise das Verbiegen eines Baumzweiges.
Kettenfauststöße
Sobald ein/e Wing-Tsun - Kämpfer/in seinen/ihren Vorteil durch einen Schlag erreicht hat, hört er/sie nicht auf zu schlagen, sondern lässt weitere Kettenfauststöße folgen. Vorausgesetzt, dass ein unmittelbarer, rechtwidriger Angriff vorliegt und dass der Verteidiger dieses Mittel als letzte Notlösung einsetzt! Jede Selbstverteidigungsaktion sollte jedoch mit angemessenen Mitteln bewältigt werden, wenn es um Leben oder Tod geht dann muss der Verteidiger sich effektiv verteidigen, hier bieten die Kettenfauststöße ein ideales Mittel. Die Kettenfauststöße werden als wirksamste Armtechniken überhaupt gesehen. Traditionelle Kampfkünste haben keine Abwehr gegen sie. Die schnelle Reihenfolge von Schlägen überwältigt die Kapazitäten des Gegners, um die Informationen zu verarbeiten, so dass er plötzlich in eine Verteidigungslage getrieben wird. Die "Universallösung", die "Zentrallinie", usw. Die Ökonomie des Wing Tsun ist immer anwendbar und begeistert deshalb selbst fortgeschrittene Schüler.
"Was noch?" Weitere Vorteile des Wing Tsun:
Neben der Betonung auf Selbstverteidigung gibt es viele attraktive Vorteile durch das Wing Tsun-Training. Folgende Auflistung ist eine kurze Zusammenfassung dessen, was eine Wing Tsun Schule Ihnen anbieten kann:
1. die „beste" Selbstverteidigung
2. Training von Reflexen und Reaktionen
3. Konzentrationsübungen
4. das Üben von Atmung und Meditation
5. Fitness- und Konditionstraining
6. Selbstvertrauen und Entspannung
7. eine praktische Lebensphilosophie
8. Treffen mit lustigen, interessanten Leuten
9. ein freudiger Zeitvertreib
10. Gesundheitliche Aspekte
"Einzigartig" Die 3 Teile des Wing Tzun Trainings
1. Formen
"Formen" sind grundlegende, natürliche, traditionelle Bewegungsabfolgen, die zu Selbstverteidigungszwecken zusammengestellt worden sind. Sie tragen zu vollkommener Entspannung, Meditation und zum Wohlergehen bei. In den WT-Formen finden sich quasi die effektivsten, erprobten (Kriegskampfkunst im alten China/erprobt durch FBI, Special Forces und der NRW-Polizeieinheiten) Selbstverteidungsbewegungen/-techniken wieder. Sie fungiert als ein Bewegungssystem, welches dem Anwender ermöglicht sich selbst intensiv zu schulen und zu entwickeln.
2. Chi Sao (Klebende Arme)
Wing Tsun ist die einzige Kampfkunst, die durch die einzigartige Übung der Tastreflexe gekennzeichnet ist. Chi Sao Verteidigungsreflexe werden in einem sehr direkten und mechanischen Weg durch den Angriff des Gegners hervorgerufen. So sind sie immer genau auf die Situation angepasst. Chi Sao Reflexe sind viel schneller als optisches Reagieren und erlauben sogar einem Wing Tsun - Kämpfer sich blind zu verteidigen. Chi Sao ist der Leim, der einzelne Bewegungen fließend verbindet, die nicht vorbestimmt sind. Dadurch schließt der Wing Tsun Kämpfer seine Deckung, angepasst an die jeweilige Situation. Ohne Chi Sao würde Wing Tsun nur aus einer Ansammlung von einzelnen Techniken oder toten Bewegungsmustern bestehen. Daher ist Chi Sao die wirkliche Seele des Wing Tsun.
3. Lat Sao (Sparring-Übungen)
Eines der primären Ziel von Wing Tsun ist, Kämpffähigkeit zu entwickeln. Im Lat Sao (was "Freier Kampf" bedeutet) lernt der Wing Tsun Schüler sich angstfrei einem Kampf "eins gegen eins" zu stellen. Er kann sein Können überprüfen ohne Furcht seinen Partner zu verletzen. Somit ist Lat Sao ein wichtiger und motivierender Teil des Wing Tsun. "Wing Tsun" ist nicht nur ein ausgeklügeltes Kampfkunstsystem, sondern auch eine intelligente Art und Weise zu lernen."
Der Kampf
Die 5 Phasen des Kampfes:
In einer realen Selbstverteidigungssituation gibt es keine Regeln! Deshalb legen wir im Wing Tsun auf konsequentes Training wert, das so vollständig wie möglich sein sollte, und alle "fünf Distanzen" beinhaltet, die Teil einer Kampfsituation sein können:
1. Phase - Kämpfen mit den Füßen (Trittdistanz)
2. Phase - Kämpfen mit den Händen (Schlagdistanz)
3. Phase - Kämpfen mit Knie und Ellbogen
4. Phase - Halten, Werfen, Gegenwerfen, Würgen
5. Phase - Bodenkampf
Derjenige, der in irgendeiner, der oben genannten Situationen kämpft, kann die Wing Tsun Prinzipien erfolgreich anwenden. Aus diesem Grund wenden sich viele Kampfkünstler dem Wing Tsun zu. Im Training werden die Schläge, Tritte usw. mit leichtem Kontakt durchgeführt, so dass die Verletzungsgefahr minimiert wird. "Wing Tsun fängt dort an, wo andere Stile aufhören: beim kompromisslosen Nahkampf!"
Die 4 Prinzipien des Wing Tsun
Das System:
Wing Tsun ist keine Ansammlung von vielen einzelnen Techniken, sondern ein komplettes Kampfkunstsystem. Es folgt der Strategie der aggressiven Verteidigung (Lateinisch: "aggredi" jemandem zu nahe kommen). Das wichtigste des Wing Tsun - Systems sind die vier Prinzipien:
1. Wenn der Weg frei ist, stoße zu! Wenn er nicht frei ist, öffne ihn oder bleibe kleben!
2. Bekommst du Kontakt mit deinem Gegner, bleibe kleben!
3. Ist die Kraft des Gegners größer, gib nach! (Im Wing Tsun wird der Gegner bzw. seine Angriffsaktionen nicht als Störfaktor, sondern viel mehr als Impulsgeber gesehen)
4. Wenn sich der Gegner zurückzieht, folge ihm!
Die praktische Anwendung des Wing Tsun Systems können Sie in professionellem Unterricht in der Wing Tsun Schule Heidelberg bei Sihing Sueleyman kennen lernen und sich aneignen.


kontakt
impressum

